Textar (þýskir)

Das Sterben ist ästhetisch bunt

(1) Das Sterben ist ästhetisch bunt
(2) Unbekannter Soldat
(3) Der Kerker
(4) Ich möchte nicht länger
(5) Die letzte Nacht
(6) Kaltes Licht
(7) Koma
(8) Kein Lösung


Das Sterben ist ästhetisch bunt

Das Sterben ist ästhetisch bunt
Klar sucht die Kälte geleitet vom Wind nach verborgenen Winkeln.
Durchstöbert ungeschützte Orte
Sucht und sieht die Sucht nach Wärme
- Sie wird gänzlich ignoriert.

Die Metamorphose zu brauner Erde begonnen
Das frühe Eis bildet einen zarten Schutz
- Die Kälte schützt vor zu viel Kälte.

Der Wind dirigiert den Reigen
entfacht den bunten Todestanz
kein Blut und kein Schrei wird laut
Die Luft bleibt klar
kein süßer Duft ist wahrnehmbar
es ist still

Die Zeit zu träumen.

Unbekannter Soldat

Durch die Binde die Sicht genommen
Die Angst bleibt
Auf der Flucht vor dem Trauma
Vom Bruder gefangen
Verurteilt als feige beschimpft
Das Trauma wird zum Alptraum ...

Nein !

Ich warte darauf,
Daß die Kugeln meinen Brustkorb zerfetzen
Sich in meinen Körper graben
Sie wollen die Hülle öffnen
Die Idee vom Leben ausmerzen
Ich höre das Entsichern der Gewehre
Bald den Befehl zu töten

Nein !

Ich verabschiede mich still
Ich möchte leben
Nur weiter leben
... Ich falle tief

Legt an !

Gebt Feuer !

Der Kerker

Der Schrei verhallt
getragen vom Wind
geführt um irgendwo zu gespenstisch-
nebeligen Geträum zu transponieren.
Geschmeidiger Ausbruch
der entfesselten Angst
entflohen aus dem Kerker
dessen Moder deinen Verstand verwesen ließ.

Die kleinen lieblichen Nager
die mit dir deinen faulen Fraß teilten
jene nacktschwänzigen Kreaturen
in deren Fell sich der Virus des Verfalls befand.

Der graubröckelnde Putz
der keine Antwort gab
all die Jahre schwieg
in der jede Stunde wie eine nie endende Ewigkeit dir schien.

Das Stroh das längst nicht mehre nach Freiheit roch
- durch Schweiß und Kot in garstgen Mist verwandelt wurde.
- Behaftet mit übelriechender Sieche.

Das rostge Eisen
das braunrote Oxat
das sich Tag für Tag
immer mehr mit deiner Haut verband ...

Nichts ließ dich los
es schien als hörtest nur du deine Worte
obwohl du gar nichts sprachst.

Ich möchte nicht länger

... mein Freund ...
Das Leben war kurz
er starb in meinen Armen
sein Leib war naß
die Augen angsterfüllt geöffnet
leere starre Pupillen spiegelten meine eigene Angst
Ich sah den Tod lächeln

... meine Eltern ...
Die zähe Lache geronn langsam
meine Liebe kam zu spät
die klaffenden Wunden an den Häuptern
schelmisch grinsend sprudelte das Blut
und in der Blutlache spiegelte sich
erneut meine eigene Angst
Ich sah den Tod lächeln

Wir gehen eine Tür weiter
in das Kinderzimmer

... mein Kind ... Plötzlich war es still
aus der Wiege drang kein Laut
kein Atemzug aspirierte das Leben
nur eine Träne rann aus den geschlossenen Augen
in ihr spiegelte sich erneut meine eigene Angst
Ich sah den Tod lächeln

Ich möchte nicht länger mit der Angst vor dem Sterben leben.

Die Kacheln frösteln weiß den Hauch des Winters

obwohl es warm ist zittere ich vor Kälte
meine Hand erhält den Befehl zu greifen
Wasserflecken stören die Reinheit der weißen Kacheln
Wer sie wohl angefertigt hat ?
Die Lampe gibt nur wenig Licht
trotzdem ist es grill
mein Spiegel ist längst zerbrochen
nur diese Scherbe ist geblieben
leicht liegt sie in meiner Hand
scharfkantig - gleichzeitig spiegelglatt
und wieder spiegelt sich meine eigene Angst
Ich seh den Tod zum letzten Mal lächeln
Die zweite Eigenschaft dringt in meine Kehle
röchelnd wird mir die Angst genommen
Ich sehe den Tod lächeln ...

Die letzte Nacht



Geführt zum Altar - mit der fahlen Hand vereinigt
vom Schein des Sterbens unklar ausgeleuchtet.
Die Musik ist traurig - die Gäste tragen schwarz
zeigen Tränen ...

Die Zeremonie ist festgelegt.
Uns bleibt nur die eine Nacht zum träumen,
dann nur die Erinnerung.

Mein Gefühl zu Dir steuert meine Tat.
Du liegst neben mir mit starrem Blick -
doch nicht die Angst ließ Dich erstarren !
Die Sehnsucht nach Deiner weißen Haut
läßt meine Hände über Deinen Körper gleiten
- zart und kalt, zart und kalt ...
Jeder Zentimeter zieht mich in Deinen Bann
Wie lange sehnte ich mich nach Deinem Leib.
Langsam versinke ich im Strudel meiner Sehnsucht -
entführt aus der Realität.

Kuß um Kuß verschwindet jedes Ufer am Strom der Lust.
Deine kühlen Glieder deren Haut von meiner Zunge
mit Speichel benetzt zum Glanz des toten Lebens erblüht -
schmiegen sich an mich, schmiegen sich an mich ...
Die Nähe schmilzt zur Vereinigung
bestimmt von mir der Rhythmus
allein von mir, allein von mir ...
langsam reibt sich Haut an Haut
schmiegt sich Körper an Körper -
Ein sexueller Monolog, der nie Früchte tragen wird,
denn .. Nur die Lust ist mein Gewinn
alles andere Verlust
Anfang und Ende in einem Aufzug.

Wenn ich meine Umarmung von Dir löse
ist das Ufer wieder nah
die Zeit gekommen Dich zurück zu geben
Es fällt schwer Dich frei zu geben.

Keine Nacht länger ist mehr möglich
Der Zerfall setzt bereits ein.

Geführt zum Altar ...

Kaltes Licht

Der Mond weiß allein mit seinem kalten Licht
die Welt in fahlem Schein zu zeichnen
Allein das kalte Licht ergötzt den Mörder bei seiner Tat.
In seinem Schein - seine Kinder rufen ihn -
ihre Mutter die ihrem Vater gleicht eins sind.
Der Staub reflecktiert das gedachte Wort zu Licht
Weißer Glanz der Wärme Armut schleicht sich in die Dunkelheit.

Mißbraucht vom bösen Zauber hütet er die Nacht
welche tiefschwarz sein Licht gierig verzehrt
um den dunklen Mächten Schutz zu gewähren.
Das Unsichtbare bleibt erhalten
nicht sichtbar - aber hier und dort hört man seinen kalten Atem geifern
gemengt mit Gedanken die man besser nie gedacht
in die Vergessenheit gedrängt
dort gelöst vom Wissen verwesen läßt.

Koma

Ich spüre die Berührung
nehme Worte war
sehe den Wechsel der Situation
kann denken völlig klar.

Der graue Schleier hat sich längst gehoben
das Neonlicht schmerzt Tag und Nacht
der Wechsel ist kaum wahrnehmbar.

Der Versuch ein Wort zu formen schlägt kläglich fehl
die Lippen können nicht gehorchen
sie erhalten keinen Befehl.

- die Schwelle zum Nichts
gefesselt am Jetzt
es erwartet dich
Koma - die Schwelle zum Nichts
gefesselt am Jetzt
es erwartet dich ...

Keine Faser meines Körpers setzt ein Signal

Kein Wort verläßt meinen Mund
Keine Geste zeigt mein Leben -
Die Absicht bleibt verschlossen
in meines Körpers Grab
ein Grab das lebt
mit einer Seele die stirbt.
Lebendig begraben im eignen Fleisch
Das Bewußtsein vorhanden

- Die Maschinen funktionieren gut
Sie erhalten das Leben
Erleichtern das Atmen

Aber nicht das Sterben
- Das Leid bleibt erhalten
Die Schmerzen auch
Denn niemand weiß von diesem Schmerz
Nur ich
- Doch ich kann nicht schreien
Auch nicht weinen
Nur fühlen

Nein ich darf nicht weinen, nur leiden

-die Schwelle zum Nichts
gefesselt am Jetzt
es erwartet dich
Koma ...

Keine Lösung

Es gibt keine Lösung keinen Ausweg keinen Sinn.
Wo liegt die Hoffnung ?
Warum geboren - noch nicht tot ?
Sieh das Korn ! Es fällt
Wo ist die Antwort auf die Frage ?
Von wem gestellt ?
Was folgt auf den Morgen ?
Spiegelsplitter
Niemand ist anwesend
Die Einsamkeit hat sich verbissen
Es gibt keine ... Aber das kennen wir ja schon
Der Mangel blutet
Es gibt keine Lösung keinen Ausweg keine Sinn.