09.05.1996 Das Zentrum Europasaal Bayreuth
Nach anfänglichem Startchaos und vergeblichem Versuch mit unserer Bekanntschaft aus
Berlin zwecks Fahrgemeinschaft in Kontakt zu treten - wenn man schon ein Handy hat,
ist immer der Akku leer, wenn man es braucht - brachen wir schließlich in großer
Vorfreude nach Bayreuth auf. Da die Strecke ziemlich frei war und ich mit meinem Corsa
mal richtig "rasen" konnte, kamen wir relativ zeitig an. Dank Mindy's Wegbeschreibung
den Veranstaltungsort schnell gefunden - dort erfuhren wir gleich eine preiswerte Unterkunft
- hatten wir noch ausreichend Zeit uns ein bißchen in Bayreuth umzusehen. Nachdem wir
im "Black Fashion" einen Tip für den Disco-Spaß danach erhalten hatten, kehrten
wir "unserer Blutdurst gestillt, neue Jünger bekehrt, sexuell hochgradig
befriedigt,..." zum Europasaal zurück. Dort gesellten wir uns zu den bereits Wartenden,
tauschten unseren Gutschein in Eintrittskarten und hofften auf baldigen Einlaß.
Nachdem uns dieser gewährt worden war, mußten wir vor der eigentlichen
Saaltür abermals anstehen. Als diese geöffnet wurde, ergatterten wir noch "einen
Platz bei ARD und ZDF". Erneut betrat das Pferd die Bühne und stahl uns
die Krone. Leider war unserer Bewohner - Oswald Henke - diesmal leicht verschnupft. Vielleicht
war ihm die Berliner Kälte auch nicht so bekommen. Die große Bühne und
hervorragende Akustik boten beste Voraussetzungen für ein gutes Gelingen des Konzertes.
Den Schnupfen merkte man ihm zumindest beim Singen nicht an. Trotzdem tauchte er nach kurzen
Verschwinden hinter der Bühne im Publikum ohne sein am Kopf befestigtes Mikro auf und war
nun in seiner Bewegungsfreiheit durch das normale schnurlose Mikrofon eingeschränkt. Dies
störte allerdings kaum. Leider blieb mir ein Auftritt auf dem Goethes Erben Video
verwehrt, da das Konzert in Herford schon mitgeschnitten worden war - vielleicht nach der
erneuten Fütterungsattacke durch Herrn Henke und meinem "dadurch dickeren Bauch" auch
besser so. Bei "Farblos" fielen diesmal trotz Balkon keine Ballons hernieder. Das Konzert ging
auch diesmal viel zu schnell zu Ende und obwohl reichlich Beifall gespendet und Zugabe
gefordert wurde - meines Erachtens aber weniger enthousiastisch als in den anderen Städten
kehrten die Akteure lediglich für eine Verbeugung auf die Bühne zurück,
da Oswald seine Stimme nicht ganz ruinieren wollte. So traten wir noch ziemlich fit
bereichert mit einer weiteren schönen Erinnerung den Heimweg an. Wie ich später
erfuhr, gefielen die Konzerte in Berlin und Herford den Erben persönlich besser.
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