29.03.1997 Gladhaus Cottbus
Schon zwei Tage später sollte ich mich erneut an der "Schach ist nicht
das Leben"-Inszenierung ergötzen können. Diesmal nicht als Kraftfahrer,
was auf den Blitzen-gepflasterten Weg seine Vorteile hatte, erreichten wir
zu viert viel zu zeitig das Gladhouse in Cottbus. Nach einer Stunde krampfhaften
Zeitvertreib gesellten wir uns schließlich zu dem winzigen Häufchen vor
dem Gladhouse um in der Kälte die 10 Minuten bis zum Einlaß um 20 Uhr
abzuwarten. Obwohl es mittlerweile 20.45 Uhr war und wir erbärmlich
zitterten, war es uns doch vergönnt einige interessante Bekanntschaften
zu schließen und uns des Anblicks des Kometen Hallbob - oder so ähnlich - zu
erfreuen. Kurz nach 21 Uhr öffneten sich uns schließlich die Pforten und
man wurde aus der erdrückenden Enge befreit. Unser Eindruck war
schon gedrübt durch die lange Warterei, welche sich am Getränkestand
wiederholte und so fing das Konzert schon an als ich endlich zu meinem Bier kam,
so daß ich große Mühe hatte meinen weit vorn gelegenen Platz
wieder zu erreichen. Sodann begann die Inszenierung, das Schicksal
stahl die Krone und der Bewohner machte sich erneut auf die Suche nach
den Farben. Nach Darstellung der schwarz/weißen Welt durch Ombra Ballare
entdeckten wir das erste Gefühl - Vertrauen, welches Oswald auch schnell
zum Publikum fand. Bald waren wir eingebunden in die Welt des Musiktheaters und
spätestens bei "Ein Moment der Ruhe" fand sich auch der letzte Zuschauer
von einer unbeschreiblichen Magie mitgezogen. Die Leistung des
Baletts beeindruckte besonders bei "Seelenmord", wo eine außergewöhnliche
Kondition erforderlich war. Nun kamen wir zu Mindy's gelungenem
Percussion-Solo bei "Erkaufte Träume" und bei "Begrüßende Worte" geriet
Herr Henke im Publikum nahezu in Ekstase. Sodann wurde die Bühne durch
das hervorragende Balett bunt, sprich "Rot Blau Violett Grün Gelb". Zu
unserem Bedauern waren wir nun am Schluß angelangt. Diesmal fielen
keine Ballons von einer Empore (ein faszinierendes Bild in Chemnitz),
aber es wurden auch keine beim Schlußmonolog zerplatzt. Entgegen dem
Auftritt von vor 2 Jahren kam es diesmal auch zur Zugabe, welche länger
als in Chemnitz ausfiel, trotzdem blieb der Eindruck des Musiktheaters
erhalten und wir fuhren mit der Erinnerung an ein Konzert heim, welches
durch wahres Können und vor allem Enthusiasmus aller Akteure glänzte.
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