Hildesheim, Mera Luna Festival, 01.09.2001

von Marc Christiansen

Da war uns das Wetter trotz ersten Kälteeinbruchs noch einmal wohl gewogen, denn die in den Wettervorhersagen prophezeiten Regenschauer blieben auf dem festivalerprobten Flugplatzgelände in Hildesheim weitestgehendst aus.

Obwohl das Bandangebot aus meiner Sicht nicht so sehr ansprechend war (ich bin nun mal kein großer Elektro-Fan), war der Erben-Auftritt neben Altmeister Gary Numan einmal mehr Motivation genug, den Massen gen Norden zu folgen.

Unverständlich erschien mir (wie so vielen von Euch auch), daß man sowohl die Erben, als auch den New Wave-Klassiker Gary Numan ins Nachmittagsprogramm verbannt hatte. Aber Bands wie Covenant, Wolfsheim oder "MTV-Star" Marilyn Manson liegen eben einfach mehr im Trend. Ich kann das zwar nicht so ganz nachvollziehen, das ist aber vielleicht auch schon eine Folge des Alterungsprozesses ;-)

Da die Erben ein paar Minütchen vorher mit ihrem Umbau fertig waren, konnten sie schon ein wenig früher beginnen - und das (fast selbstverständlich) mit dem ´Eissturm´ und einem weiteren Stück vom kommenden Album ´Nichts bleibt wie es war´ : ´Vermißter Traum´. Diesmal jedoch ohne Oswalds Puppe Loli.

Es gab wieder eine bunte Mischung aus Alt und Neu (´Zinnsoldaten´, ´Nacht der 1000 Worte´, ´Die Brut´ etc.) und als Höhepunkt dann (ebenso fast selbstverständlich) das Duett Henke/Heppner mit einer etwas neu arrangierten Live-Version vom ´Glasgarten´, bei der Heppner weitere Background-Gesangsparts übernahm.

Kleine humoristische Einlage : Heppner bekam den Text auf einem Notenständer dargereicht - Oswalds berühmter weißer Textordner und Heppners Notenständer harmonisch vereint, einfach mal wieder kult ;-)

Hoffen wir mal, daß die neue Maxi nun wirklich einschlägt. Nachdem Heppner ja in letzter Zeit mehrere Duette hinter sich gebracht hat, könnte auch dort so eine gewisse Sättigung eintreten - wobei der ´Glasgarten´ ja nun wirklich wesentlich eingängiger und gehaltvoller ist als z.B. der grauenvolle Schiller-Track.

Kaum hatten die Erben begonnen, da war das Konzert auch schon wieder vorbei. Wirklich schade, daß eine Band, deren Stärken eindeutig im Live-Bereich liegen, so unter Wert verkauft wird.

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