Leipzig, 8.Wave-Gotik-Treffen, 23.05.99

von m.

vorweg: der erben-auftritt war natürlich ein fest für sich! oft die tränen in den augen, weil es einfach sooooooo schön war. ich möchte den auftritt nicht von vorne bis hinten durchexerzieren, aber ich denke, daß man den damen und herren auf der bühne doch sehr anmerkte, wie sehr sie die gut gefüllte 'agra' (ich schätze mal vorsichtig auf etwa 4.000 leute) auf höchstleistung pushte!

ich lernte in leipzig unter anderem eine unglaublich liebenswerte journalistin kennen, die in england lebt und dort für irgendein magazin schreibt (weiß nicht, welches); sie war überglücklich, die erben endlich einmal live gesehen zu haben (die sind ja auch nicht ständig auf u.k.-tour) und hielt deren auftritt auch mit abstand für den höhepunkt des gesamten treffens. nach den auszügen aus 'kondition:macht!' ('das weiße licht'... seufz!) fluteten nach und nach immer mehr kerzen die große bühne, und es gab altes und ältestes zu hören. zur 'form' unternahm oswald einen ausflug über die köpfe der dicht gedrängten menschen, auf händen sicher getragen; und das perfekte bild waren die ersten zwanzig reihen im kerzenmeer beim schritt durch's tor in die vergangenheit...

nicht viele freunde hat sich oswald allerdings mit seiner - von nun an wohl legendären - 'heavy metal'-ansage gemacht: sinngemäß stellte er heraus, daß es wohl etliche anwesende gäbe, die tierisch sauer auf die organisatorischen glanz(un)leistungen wären (womit er verdientermaßen viel beifall erntete). daran setzte er allerding den kommentar, wenn wir uns auf einem heavy metal-konzert befänden, läge hier bestimmt schon alles in schutt und asche, und er möchte nicht wissen, wie es nach dem 'death metal-festival' am darauffolgenden tag aussähe. im gleichen atemzug würdigte er die friedliebigkeit des schwarzen publikums und zog einen unglücklichen bogen zur 'brut'; er wieß darauf hin, wie unstatthaft es sei, andere nur nach dem äußeren oder ihrem denken zu beurteilen. mit gedanken an die 'metal'-kommentare fand ich das ehrlich gesagt auch etwas widersprüchlich, denn ich gestehe mit gewißheit sagen zu können, daß seine äußerungen den verdacht nahelegen, daß er selbst nie je auf einem metal-festival war (auf dem größten 'dynamo' hielten es damals über 140.000 metaller tagelang ohne eine einzige schlägerei aus...). viele fragten sich sicherlich auch, ob er mal gehört hat, wie 'subway to sally', the gathering' oder 'therion' klingen - 'death metal' würde ich das auch nicht nennen... ;-) außerdem hat er wohl weder das nahezu ausschreitende gedränge bei der (super durchdachten...) bändchenvergabe erlebt (da gab's auch scherben), noch die z.b. völlig zertrümmerte telefonzelle oder die zerlegten zeltplatzklos gesehen.



von Lord Dark & Mmme Noir

Auch wir durften in Leipzig das erste Mal GE live erleben, ein - zugegebenermaßen - eindrucksvolles Erlebnis. Wie durch einen Zufall waren wir in die ersten fünf Reihen gelangt, sodaß wir Oswald wirklich aus der Nähe zusehen konnten. Die musikalische Durchführung war ok, die Auswahl der Lieder, wenn auch manchmal etwas "sprunghaft", im Großen und Ganzen gelungen, nur eine Sache fiel auf: Oswald hat ja richtig kleine Pausbäckchen!

Auf den Fotos, die ich bisher gesehen habe, war das immer geschickt vertuscht, und auch der Bauch kommt sonst nie zur Geltung! Leider hatten wir nicht die Gelegenheit bei seinem Ausflug über das Publikum etwas Schweiß zu ergattern, aber für das nächste Mal halten wir bestimmt Tücher bereit.

Aber mal im Ernst: GE ist toll, besonders, innovativ, aber hebt ihr sie nicht etwas zu hoch in den (schwarzen) Himmel? Sind doch auch nur Menschen, oder?

Auf jeden Fall war das nicht mein letztes Konzert der Erben.



von Marc Christiansen

Als "special guest" war auch wieder einmal Rose Bihler-Schah (Leben im Niemandsland-Tour) mit von der Party, die sich zunächst etwas schüchtern in den hinteren Bereich der Bühne verkroch bis Oswald sie bei "Marionetten" nach vorne zerrte und sie die Rolle der Sprechenden Frau aus KM zu übernehmen schien - und auch wieder nicht, denn die Sprechende Frau hat in Berlin kein Duett mit Oswald gesungen. Nicht ganz so gelungen fand ich dagegen Rose´s Background-Part bei "Die Brut", da dieses Stück nicht so sehr auf klassischen Gesang ausgelegt ist.

Stühle gab es übrigens auch keine, da es dann doch mehr Leute waren als zunächst vermutet. Vielleicht läßt sich ja noch in Erfahrung bringen, wieviele Leute nun wirklich das Erben-Konzert besuchten und ob es ein neuer Rekord für ein Erben-Konzert war (die großen Festivals mal ausgenommen).

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