21.09.1997 Haus Leipzig - Leipzig
Nun sollte wirklich das allerletzte Konzert der "Schach ist nicht das Leben"-Tour 1997
stattfinden - traurig, aber wahr. Einer der wenigen Veranstaltungsorte, der mir bekannt
war, war diesmal bestuhlt (zumindest der Hauptteil) und so konnte man die Zeit zwischen
Einlaß und Konzertbeginn noch ein bißchen durch die Reihen wandern und mit den
eben kennengelernten Leuten quatschen.
Zum Abschluß der Tour gab es gleich zum Anfang eine Besonderheit. Keine Angst, wer
nur bei einem anderen Konzert war hat jetzt (noch) nicht eine besondere Variante von Goethes
Erben verpaßt, sondern eine erstklassige Vorband. "Allgemeinkonkret" sahen zwar
auf den ersten Blick etwas lächerlich aus, doch überzeugten Stimme, Musik und
Inhalt einen schnell, so daß das Äußere schnell unter den Tisch gefallen
ist. Leider spielten sie nicht sehr lange und es ist mir trotz großer Anstrengungen
bis heute (April '98) noch nicht gelungen eine CD oder sonstiges Tondokument von ihnen
aufzutreiben.
Nach einer kurzen Pause nahmen dann Goethes Erben die Bühne in Anspruch und lieferten
eines ihrer besten Konzerte ab. Bei jedem Stück hatte ich das Gefühl, heute
wollen sie es besonders gut machen und man merkte auch eine Entwicklung vom ersten zum
letzten Konzert dieser Tour in den Liedern. Eine weitere Premiere - zumindest hatte ich
es nicht vorher gesehen - fand dabei statt, Oswald holte jemand aus dem Publikum auf
die Bühne. Es war diejenige, die wir vorher kennengelernt hatten und ich habe noch
nie jemand so zittern sehen, wie sie, als sie zurück auf ihren Platz kam. Viel zu
schnell war die Geschichte erzählt und das Publikum forderte nachdrücklich
nach einer Zugabe, die auch kam. Dabei kam es nun zu dem Teil, den bestimmt viele gerne
gehört hätten - "Marionetten", so der vorläufige Titel eines Stückes
aus "Kondition: Macht!", hatte Premiere. Nach einer langen Verabschiedung und dem
Beifall für die komplette Tour war schließlich auch das Ende des letzten
Konzerts unwiederruflich gekommen. Auch der Einwurf auf Oswald´s Äßerung, daß seine
Stimme am Ende ist und er nicht mehr singen könne, er solle uns halt was
erzählen, brachte leider keine
Verlängerung des Konzertes mehr. Mit viel Vorfreude auf "Kondition: Macht!" und
einer langen Zeit ohne Goethes Erben Konzerte vor sich, trat man so den Heimweg an.
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