Marburg, Kult-Hallen, 09.09.99
Heidelberg, Karlstorbahnhof, 10.09.99
von Marc Christiansen
Im Doppelpack habe ich die diesjährige Herbst-Tour von Goethes Erben für mich abgeschlossen (und habe nebenbei das Ziel erreicht, noch vor meinem 30.Geburtstag das 30.Erben-Konzert zu besuchen).
Die idyllischen Städtchen Marburg und Heidelberg waren das Ziel; beide vereint einige Gemeinsamkeiten : Sie besitzen beide ein Schloß, liegen an einem Fluß und sind als Studienorte sehr beliebt. Eigentlich ideale Veranstaltungsorte für Goethes Erben-Konzerte.
Dennoch war ich zunächst etwas skeptisch, denn bislang zählten die Regionen um diese Städte nicht zu den Hochburgen von Oswald & Co.
Doch ich wurde eines besseren belehrt : Während das Publikum eine Woche zuvor in Wuppertal doch relativ unruhig und nicht so begeisterungsfähig war, wie ich es sonst von NRW-Konzerten gewohnt bin, war die Stimmung im Hitzekessel des Maburger Kult von Anfang an herausragend; ebenso wie in dem Multi-Kulturzentrum des Heidelberger Karlstorbahnhof.
Demzufolge gab´s auch gleich ein paar zusätzliche bzw. andere Zugaben (5 Jahre, Das Ende, Machtküsse...). Nur der Voodoo-Tanz fehlte in Heidelberg - etwas zu meinem Bedauern, denn inzwischen sind mir die Trommelwirbel richtig in Fleisch und Blut übergegangen.
Auch Oswald war wieder sehr gut aufgelegt und nutzte so manche "Freisprunglücke" [(c) O.H.] im Publikum zu engerem Kontakt mit demselbigen. Mittlerweile sind diese "Ausflüge" bei einem Großteil der Zuhörerschaft ja auch bekannt und so hält sich der Überraschungseffekt in Grenzen.
Lediglich in Heidelberg bedurften die "metrischen Krücken" (wie Oswald sie in letzter Zeit liebevoll nennt) einer kurzen Einschwingphase während des Zugabenparts; ansonsten muß man sagen, daß die Band doch sehr eingespielt ist.
Die Episode II resümierend muß aber auch sagen, daß das Fehlen von Ombra Ballare schon eine erhebliche Lücke in die Aufführung der Erben reißt. Irgendwie sind sie für mich bereits ein fester Bestandteil der Crew geworden.
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