26.05.1996 Werk II Leipzig (5. Wave-Gotik-Treffen)

Leipzig Während des 5. Wave Gotik Treffens Pfingsten 1996 war es mir zum zweiten Mal vergönnt Goethes Erben live zu erleben. Mit einem kühlen Bier und etwas zu Essen gesellten wir - meine Freundin war diesmal mit dabei - uns gegen 18.30 Uhr, 1,5 Stunden vor dem offiziellen Beginn des Konzertes, zu der kleinen Gruppe schon Wartender vor die Halle A. Da wir damit rechneten, daß diese Gruppe schnell wachsen würde, versuchten wir erst gar nicht zu einer der parallel laufenden Veranstaltungen zu gehen. Als dann die Türen geöffnet wurden, war der Ansturm so groß, daß die Besucher nur schubweise hineingelassen wurden und die ersten sofort nach vorne stürmten.
Bald befand ich mich in einer quetschenden Menge Teenager, welche mit "Ossi, Ossi"-Rufen den Beginn des Konzerts forderten. Bald befolgte Herr Henke auch diese Forderung und betrat silberbekleidet die Bühne. Nach dem ersten Titel schlüpfte er jedoch in sein typisches weißes Gewand. Schon beim eigentlichen Konzert, der Präsentation von "Schach ist nicht das Leben", war die Stimmung trotz nicht von CD bekannter Titel schon nahezu auf dem Höhepunkt. Dafür sorgten Glanzpunkte wie das Violinensolo. Mit der Darstellung von "Schach ist nicht das Leben", welche durch das Bühnenbild noch unterstützt wurde, machten Goethes Erben einen weiteren Schritt in Richtung ihrer immer gegenwärtigen Zieles - Musiktheater. Sodann begann die Zugabe, besser gesagt ein neues Konzert. Innerhalb von fast zwei Stunden konnte man sich der Wiederbelebung alter Titel erfreuen. Auch die Kerzen entflammten erneut, diesmal beim ganzen Publikum, was die Stimmung noch einmal deutlich steigerte. Als das selbstgesteckte Ende ("Wir spielen solange wie Ihr es fordert oder wir nicht mehr können.") erreicht war, wurden wir in die Realität zurückgeworfen. Leider ist die schöne Erinnerung an dieses Konzert durch die vielen Teenager getrübt, die es mehr dazu nutzten ihrem Personenkult - Oswald Henke - zu frönen.
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